Künstliche Intelligenz: Wie weit ist die Forschung?

Veröffentlicht auf von Sascha Giesert

Als 1997 der Computer "Deep Blue" den Schachweltmeister Garry Kasparov in einer umkämpften und sensationellen Partie schlägt, scheint ein neues Zeitalter der „künstlichen Intelligenz“, auch KI genannt, eingeläutet. Wie weit sind die Forscher mittlerweile vorgedrungen und ist die künstliche Intelligenz dem Menschen tatsächlich überlegen?

Was ist "Künstliche Intelligenz"?

Da es schon an einer von allen Psychologen anerkannte Definition für den Grundbegriff "Intelligenz" fehlt, verwundert es nicht, dass auch der Begriff der "künstlichen Intelligenz" nur schwer definierbar ist. Die relativ junge Wissenschaft der KI versteht sich selbst als Teilgebiet der Informatik und beschäftigt sich dabei mit der Automatisierung intelligenter Verhaltensweisen. Man versucht, menschliches Handeln und die menschliche Wahrnehmung mit Hilfe der Technik zu kopieren. Erstmals wurde sie auf der Dartmouth Conference 1956 behandelt. Bei der künstlichen Intelligenz unterscheidet man die schwache und die starke KI.

Der Mensch als Maschine

"Der Mensch als Maschine", ein Motto dass sich die so genannte starke KI gestellt hat und wohl noch aus Zeiten der Aufklärung stammt. Dabei geht es nicht nur darum, wie im Falle der schwachen KI, konkrete Lösungen für alltägliche Anforderungen z.B. des Berufslebens zu finden, in denen eine gewisse Form von "Intelligenz" nötig zu sein scheint. Vielmehr zielt die starke KI darauf ab, eine Intelligenz zu schaffen, die der des Menschen in seiner Kreativität, seines Bewusstseins und sogar seiner Emotionen, gleicht.

Da sich zu diesem Thema eine kontrovers diskutierte philosophische und moralische Fragestellung ergibt, hat sie sich bis heute nicht durchsetzen können.

Im Gegensatz dazu nutzt die schwache KI die Beobachtungen intelligenten Verhaltens um diese dann mit Hilfe der Mathematik und der Informatik zu simulieren. Deshalb sind neben den eigenen Forschungsergebnissen auch Ergebnisse der Psychologie, der Neurowissenschaften und der Philosophie, aber auch der Logik und unterschiedlichen Bereichen der Kommunikationswissenschaften, wie z.B. der Linguistik eingeflossen.

Was hat man erreicht?

Die Wissenschaft der "künstlichen Intelligenz" hat ihrerseits Einflüsse auf andere Gebiete, vor allem auf die Neurowissenschaften genommen, wie z.B. der Neuroinformatik, der Spracherkennung und der biologieorientierten Informatik. Außerdem ist noch der ganze Zweig der "Kognitionswissenschaften" zu nennen, der sich im Wesentlichen auf die Ergebnisse der "künstlichen Intelligenz" in Zusammenarbeit mit der "kognitiven Psychologie" stützt. Sie befassen sich mit bewussten oder unbewussten Prozessen, die zwischen der Sensorik und der Motorik vermitteln. Dazu gehören u.a. so wichtige Prozesse wie Denken, Erinnern, Lernen und Sprechen, was deutlich macht, dass die schwache KI tatsächlich einige Erfolge vorzuweisen hat. Den Forschungsansatz der starken KI darf man sicherlich moralisch hinterfragen, ist es doch das wirklich Reizvolle am Menschsein, die Verschiedenartigkeit und Individualität des Einzelnen zu erkennen und zu fördern, und vielleicht sogar gemeinsam zu nutzen. Erst dadurch wird der Mensch zu dem, was er ist - einzigartig. Und das wird man von künstlicher Intelligenz nie behaupten können.

Der neue Pinsel
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Veröffentlicht in Physik

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